*prairie*
ist ein Projekt das sich zur Aufgabe gestellt hat unabhängige Medien
für Linz und Oberösterreich zu schaffen. Das Herzstück
dieser Bemühungen stellt die Arbeit an der Konzeptionierung und
Gründung einer Zeitung für Linz und Oberösterreich dar.
Die Notwenigkeit unabhängiger Medien
Nicht nur die katastrophale Mediensituation in Österreich hat uns dazu bewogen dieses Projekt ins Leben zu rufen und zu betreiben, sondern auch wir gestehen es unumwunden ein die eigene Freude an Medienarbeit.
Dabei sehen wir uns selbst nicht nur als Gegengewicht (im Sinn eines Alternativmediums) zu staatlichen und kommerziellen Medienprojekten, sondern vor allem als ein integraler Bestandteil (im Sinn eines "eigener Medien") der sich in Österreich (vor allem vor dem Hintergrund jüngster Ereignisse) immer stärker formierenden zivilgesellschaftlichen Orientierung eine "3 Sektors" der sich als staatsunabhängig und nicht kommerziell begreift.
Unsere Medien richten sich nicht an den Markt sondern an die Öffentlichkeit. Das dennoch auch marktstrategisch agiert werden muss, liegt an unserem Bestreben durch breitgetreute Mittellukrierung möglichst großer Autonomie zu behalten.
Was bisher geschah
Im Februar 1999 ist Kurt Holzinger angetreten um im Auftrag der Stadtwerkstatt eine unabhängige "Stadtzeitung für Linz" zu gründen (weiteren Personalzuwachs bekam dieses Projekt Mitte September 1999 durch Andi Wahl). Im Laufe der Monate wurde dieses Vorhaben zu einem Projekt multipler Mediennutzung (Radio, Netz, Print, Veranstaltungen) weiterentwickelt.
Durch die Einrichtung einer regelmäßigen Radiosendung (jeden Dienstag 19.30 bis 20.30) sowie zahlreiche Gespräche konnte dieses Projekt bereits eine beachtlichen Grad an Aufmerksamkeit für sich requirieren.
Aus dem Wunsch heraus gleich eine bedeutende Stellung in der Linzer Medienlandschaft einzunehmen, wurde in weiterer Folge ein professioneller Medienpartner gesucht und die weitere Konzeptentwicklung in diese Richtung gelenkt.
Im Zuge der Verhandlungen wurde schnell klar, dass dieses Projekt für professionelle (gewinnorientierte) Medienunternehmen wenig attraktiv ist, da wir in Puncto Unabhängigkeit zu keinen Konzessionen bereit waren und wenig direkt verwertbares (vermarktbares) einzubringen hatten.
Daraus sind fürs Erste zwei Lehren zu ziehen
· dass solche Verhandlungen nur aus einer stärkeren Position heraus (z.B. mit einer eingeführten Marke oder einem attraktiven Redaktionsteam) sinnhaft zu führen sind, und,
· dass die Marktanteilskämpfe innerhalb des derzeit heiß umfehdeten oberösterreichische Medienmarktes nicht mit Qualitätsprodukten sondern mit Gratisverteilungen (an die LeserInnen) und Billigangeboten (an die Anzeigenkundschaft) geführt werden.
Sich in einen Verdrängungswettbewerb einzulassen, bei dem die "MitspielerInnen" ihre "Kriegskassen" mit bis zu 80 Millionen gefüllt haben (Aussage:Kronenzeitung) hat zwar etwas sehr verlockendes, ist letztendlich aber aussichtslos.
Neuorientierung und Nischenbesetzung
Die dynamische Entwicklung auf dem oberösterreichischen Medienmarkt (losgetreten durch die Ankündigung der Rundschau zu Beginn des Jahres 2000 mit einer Gratis-Sonntags-Rundschau auf den Markt zu kommen) hat das Projekt *prairie* nun veranlasst wieder grundsätzlicher über die Ausrichtung des eigenen Projektes nachzudenken.
Dadurch stehen Potenziale (Vorarbeiten, Kapitalmittel und Arbeitskraft) über die das Projekt *prairie* verfügt wieder zur Disposition.
Die Ergebnisse bisheriger Recherchen lassen die Möglichkeit ein Qualitäts-Nischenprodukt auf dem oberösterreichischen Markt plazieren zu können, wenn nicht rosig so doch realistisch erscheinen.
Gerade durch den sich verschärfenden Verdrängungskampf und der damit einhergehenden "Verflachung der Medienprodukte", dem Trend zu ikonographischen Medien und die schleichende (immer offenere) Degradierung journalistischer Hervorbringungen zu dem "was zwischen den Inseraten ist", kurz, die zu erwartende Verlotterung der Medien legt nahe sich über die Gründung von qualitätvollen Medien ernsthaft die Köpfe zu zerbrechen.
Und zwar nicht nur, und das ist eine neue Qualität, aus ästhetischen oder demokratiepolitischen Erwägungen, sondern immer mehr auch aus betriebswirtschaftlichem Kalkül. Durch ihren Konkurrenzkampf, denn sie alle mit den gleich Mitteln führen, räumen die "großen Konkurrenten" ein Marktsegment frei, das sich, als Reaktion auf die Verflachung der Medienlandschaft, weiter verbreitern wird: das Segment des Lukullischen, des kulinarischen Lesevergnügens und vor allem, des seriösen Journalismus.
Die Einteilung der Medienlandschaft mittels eines weltanschaulich-ideologischen Rasters wird sich in absehbarer Zeit gänzlich überlebt haben.
Die neue Gretchenfrage wird lauten: wie hältst du's mit dem Journalismus? Und daran werden Medien, in einem zugegebenermaßen eng abgezirkelten Marktsegment, immer drängender gemessen werden.
Derzeit wird daran gearbeitet ein HerausgeberInnen-Kollegium von Organisationen und Einzelpersonen zu gründen. Gemeinsam mit diesem werden die vorliegenden Konzepte auf ihre weitere Tauglichkeit hin untersucht und Neues entwickelt.
Die Weitere Ausrichtung und Schwerpunktsetzungen dieses Projektes werden ganz wesentlich von diesen Kollegiumsmitgliedern und den eingebrachten Beiträgen abhängen.
Produktüberlegungen
*prairie* setzt auf Medien-Mix. Neben dem Herzstück, der Printausgabe, werden auch Internet, Radio und Veranstaltungstätigkeit eingesetzt, um Diskussionen (weiter) zu führen, zu vertiefen oder Informationen laufend auf den aktuellen Stand zu bringen. Dabei wird mit gesonderten Redaktionen auch auf die Besonderheiten und Stärken der einzelnen Medien bedacht genommen und jedes Medium in dem "ihm eigenen Takt" betrieben.
Darüber hinaus präsentiert sich *prairie* als Motor der öffentlichen Debatte und bietet breite Identifikation für ein immer selbstbewusster und tatkräftiger agierendes zivilgesellschaftlichen Segments in Oberösterreich.
Die Radioausgabe
der *prairie* wurde bereits im Sommer 1999 beim Freien Rundfunk Oberösterreich (FRO) eingerichtet. Jeden Dienstag von 19.30 bis 20.30 Uhr werden interessante Menschen eingeladen, um mit ihnen über ihre derzeitigen Projekte zu sprechen, aber auch über das Projekt Stadtzeitung. Unter anderem waren in dieser Sendung bereits der Zeichner Gerhard Haderer, der Dramatiker Harald Kislinger und die Schriftstellerin Eugenie Kain zu Gast.
Die Sendung erfreut sich steigender Beliebtheit und hat bereits wesentlich zur Einführung der Marke beigetragen.
Das Konzept dieser Sendung wird mit Herausgabe der Zeitung insofern modifiziert werden, als auch Konnexe zu den Inhalten der Zeitung hergestellt werden, sodaß die in der Zeitung behandelten Themen auch im Radio weiterführend diskutiert werden.
Da es sich beim FRO um eine nichtkommerzielles, werbefreies Radio handelt, kann hier keine Produktwerbung betrieben werden. Wohl aber ist von Seiten des Senderbetreibers die Möglichkeit von Patronanzen vorgesehen und kann sich *prairie* selbst dastellen und sein eigenes Image vertiefen.
Das Internet bietet mehrere Möglichkeiten des Einsatzes.
Sigma ein ständig aktualisierter Veranstaltungskalender
Sigma eine Auswahl der interessantesten Artikel. Diese werden zusätzlich verlinkt, um an speziellen Themen besonders interessierten LeserInnen eine Möglichkeit zur Erschließung von weiteren Informationsquellen zu bieten.
Sigma eigene On-line Redaktion, die über aktuelles Geschehen informiert
Sigma Volltextarchiv der Print- und Radioausgaben
Sigma betreute Diskussionsforen zu unterschiedlichen Themen
Ob alle Möglichkeiten von Beginn an genutzt werden, wird noch Gegenstand von Einzelkonzepten sein und ist von den zur Verfügung stehenden Ressourcen abhängig.
Hier sind prinzipiell breite Werbemöglichkeiten vorhanden (links, banner, soundfiles, Videoanimationen udgm.).
Im Zuge der Veranstaltungstätigkeit
werden komplexere Themen für ein besonders interessiertes Publikum behandelt. Dies soll nicht nur in Form traditioneller Diskussionsveranstaltungen stattfinden, sondern kann auch die Form künstlerischer Äußerung, bzw. in einer Mischform passieren. Einen ersten Vorgeschmack, was man sich darunter vorstellen darf, hat *prairie* bereits bei der Veranstaltung "Grundeinkommen oder Lebensversicherung" (im Rahmen von "Glasfieber"/Festival der Regionen 99), bei der es um Existenzsicherung ging, geliefert.
Diese Veranstaltungstätigkeit dient auch der weiteren Positionierung als kritisches und urbanes Medienprojekt und bietet Werbekunden unter-schiedlichste Möglichkeiten bis hin zu Kooperarationsveranstaltungen.
Die abgestimmte Nutzung dieser vier Medien setzt *prairie* in die Lage breite Bevölkerungsschichten mit unterschiedlichen Konsumationsverhalten zu erreichen und auch für das eigene Produkt zu werben.
Durch den Rückbezug auf die oberösterreichische Kulturszene vereinigen sich im Projekt *prairie* großes Medien-Know-How und breite Intellektualität.
Dies zählt sicherlich zu einer der größten Stärken der *prairie*.
Zielgruppe
Prinzipiell orientiert *prairie* auf all jene, die einen umfassenden kulturellen Veranstaltungskalender brauchen, bzw. sich für kritische Berichterstattung mit regionalen Schwerpunkten, Literatur und/oder Kulturpublizismus interessieren.
Diese Eingrenzung auf, salopp formuliert, "FortgeherInnen" und "offene Geister" beinhaltet alle Altersstufen ab 15 aufwärts die im Wirtschafts-raum Zentralraum wohnen bzw. arbeiten. Natürlich wird es, ähnlich wie beim Wiener "Falter" oder dem Salzburger "Kunstfehler" auch Leser-Innen ausserhalb der formulierten Zielgruppe geben, die diese Zeitung auf Grund spezifischer Angebote schätzen werden.
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