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Letzte Aktualisierung: 10/03/07

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(Interaktive) Klang- & Rauminstallationen.

WERNER PUNTIGAM - Idee & Gesamtkonzept, Komposition & Installation


VIDEO (Quicktime 1.611K) MO(VE)MENTS #3 im "KunstRaum Goethestraße" Linz


WERNER PUNTIGAM startete seinen Kompositionszyklus 'Mo(ve)ments' 1997 mit seinem Beitrag zum Projekt 'Reflections on Tonga Music' (Aufführungen 1997/98 in Österreich, Zimbabwe, Südafrika und Mozambique sowie auf der CD 'Tonga - Six Reflections', Extraplatte EX 332-2, veröffentlicht 1998). Im Oktober 1999 folgte 'Mo(ve)ments #2', welches im Rahmen von Gerhard Brandls Zyklus 'Zeichensetzung' im Linzer Brucknerhaus präsentiert wurde. 'Mo(ve)ments #3' wurde im März/April 2000 als interaktive Klang- & Rauminstallation für 12 Cassettenrecorder und 3 Umkleidekabinen - ergänzt durch die Fotoserie 'inter.view/chiharu' - im KunstRaum Goethestraße / Linz sowie im Mai/Juni 2001 in Wien im Rahmen des Ausstellungsprojekts 'SOHO in Ottakring' präsentiert. Die Realisierung von 'Mo(ve)ments #4' erfolgte im Juni 2000 im South London Arts Club in Verbindung mit Puntigams Fotoserie 'inter.view/verena' und einer Videoinstallation von Verena M Gfader. 'Mo(ve)ments #5' wird als Auftragskomposition des 'Festival der Regionen' mit dem Titel '48 Schlagorte' am 22.Juni 2001 erstmals (als 'extented version') zur Festivaleröffnung am Hauptplatz von Freistadt/OÖ erklingen.

Allen Stücken dieser Serie gemeinsam ist, dass sie vor Ort nicht von leibhaftigen Musikern interpretiert werden, sondern mittels Cassettenrecordern in von Stück zu Stück variierenter Anzahl erklingen. Manchmal statisch, an genau festgelegten Raumpositionen, manchmal aber auch als Klangmobile durch Publikum und Raum wandernd. Ein weiteres Charakteristikum dieser Klanginstallationen ist, dass der Gesamtklang bzw. Gesamteindruck der jeweiligen Aufführung von den jeweiligen BesucherInnen in höchst individueller Weise erlebt, und (meist) durch interaktives Agieren entscheidend mitbeeinflusst wird.


Bisherige Realisierungen:

MO(VE)MENTS #1 - Ein interaktives Klangmobile für zwölf aus zwölf Cassettenrecordern tönende Posaunenstimmen.
1997/05/06: LINZ (A) / O.K - Centrum für Gegenwartskunst
1997/07/26: BULAWAYO (ZW) / Art Gallery
1997/07/31: SIACHILABA (ZW) / Beer Hall
1997/08/03: BULAWAYO (ZW) / Amakoshi
1997/08/6-9: HARARE (ZW) / Gallery Delta
1997/08/13-14: JOHANNESBURG (ZA) / Carfax
1997/08/22: TOTES GEBIRGE (A) / Appel Haus
1997/08/29: WIEN (A) / Remise
1998/03/21: WIEN (A) / Konzerthaus (Hörgänge-Festival)
1998/05/28: MAPUTO (MZ) / Fatima's Place
2000/05/08: LINZ (A) / Brucknerhaus (Lange Nacht der Neuen Österr. Musik)*
*) M#1 - EXTENTED VERSION: Zwölf Cassettenrecorder plus Live-Streichquartett.

MO(VE)MENTS #2 - Eine interaktive Klanginstallation für acht Cassettenrecorder zu acht von M.Rutt mit Textcollagen überarbeiteten Bildern aus Gerhard Brandls Zyklus 'Zeichensetzung'.
1999/10/7-29: LINZ (A) / Brucknerhaus

MO(VE)MENTS #3 - Eine interaktive Klang- & Rauminstallation für zwölf Cassettenrecorder und drei Umkleidekabinen ergänzt durch die Fotoserie 'inter.view/chiharu' (©PNTGM).
2000/03/30-04/20: LINZ (A) / KunstRaum Goethestraße
2000/04/13: LINZ (A) / KunstRaum Goethestraße*
*) M#3 - EXTENTED VERSION: CD-Präsentation feat. Heini Nukari (Finnland; dance).
2001/05/17-06/02: WIEN (A) / "SOHO in Ottakring"
2007/10/24: BELGRAD (SRB) / Museum of African Art **
**) M#3 - EXTENTED VERSION: feat. Ana Dubljevic (Serbien; dance).

MO(VE)MENTS #4 - Eine Klang- & Rauminstallation für vier Cassettenrecorder in Verbindung mit der Fotoserie 'inter.view/verena' (©PNTGM) und einer Videoinstallation von Verena M Gfader.
2000/06/22: LONDON (GB) / South London Arts Club

MO(VE)MENTS #5 - Eine Klang- & Rauminstallation für 12 Cassettenrecorder zum Thema '48 Schlagorte' (Auftragsarbeit des 'Festival der Regionen 2001'), basierend auf den Namen von 48 Mühlviertler Ortschaften, die allesamt die Silbe "schlag" im Ortsnamen enthalten.
2001/06/22: FREISTADT (A) / Hauptplatz*
*) M#5 - EXTENTED VERSION: Zwölf Cassettenrecorder plus 24 TenorhornbläserInnen.
2002/11/02: KÖNIGSWIESEN (A) / Festival "echt.zeit"


Kurzinfo zum Komponisten/Konzeptionisten:

WERNER PUNTIGAM . Geboren 1964 in Bad Radkersburg, lebt international und interkulturell freischaffend in Linz und Maputo/Mozambique. WP, der improvisierende und komponierende Musiker, gründete und betreibt verschiedenste unkonventionell besetzte Ensembles unterschiedlicher Musikrichtungen (u.a. "Mbirations", "Afrodynamix", "FocusPocus", "Blow & Order"). WP, der Fotograf und Designer, erstellt vielfältige Momentaufnahmen (z.B. "inter.views © pntgm") und zeichnet - neben zahlreichen Auftragsarbeiten - meist auch für das Artwork seiner CD-Produktionen verantwortlich. WP, der interdisziplinäre Performer und Künstler, konzipiert und realisiert multimediale Projekte und spartenübergreifende Performances (z.B. "Triptychon", mit Gastakteuren wie Tom Cora, Han Bennink, Sainkho Namtchylak, Jon Rose u.a.) sowie Klang- und Rauminstallationen wie "Mo(ve)ments". Maßgeblich beteiligt auch an Schauspiel- und Tanztheater-Produktionen (Bühnenmusik & Fotografie), sowie Kooperationen mit LiteratInnen, FilmemacherInnen, Bildenden und VideokünstlerInnen etc. Ebenso Kinder- und Workshop-Projekte. Preise und Auszeichnungen sowohl für Akustisches als auch für Visuelles. Gastspiele in halb Europa, in den USA, Mozambique, Südafrika, Tanzania, Zimbabwe und Japan.


Diskografie:

CD "Tonga - Six Reflections" (incl. 'Mo(ve)ments #1') Extraplatte EX 332-2, 1998

CD "PNTGM / Mo(ve)ments #3 (ambient mix)" ATS-Records CD-0520, 2000

2CD "Festival der Regionen 2001 - Das Ende der Gemütlichkeit" (incl. 'Mo(ve)ments #5')


Statement des Komponisten Klaus Hollinetz
(anlässlich der Eröffnung von MO(VE)MENTS #3):

"(...) PNTGM acoustics & visuals, so stehts auf der Visitenkarte von Werner Puntigam, dem Künstler, dessen Arbeiten sie heute sehen. Acoustics & Visuals - das erscheint mir manchmal zu einfach für die Arbeit dieses Künstlers, spontan fällt mir dazu "Sounds & Vision" ein, in jeder Version der Bedeutungen, ein Künstler also, dessen Schaffen sich über verschiedene Bereiche erstreckt, denken wir an die Arbeit als Komponist und Musiker, mit seiner Posaune prägt er (mit) den Klang und die Artikulation so verschiedener Ensembles wie FOCUSPOCUS und SOUNDSO (da stecken schon wieder verschiedene Bedeutungen drinnen), oder an die (Groß-)Projekte wie BLOW & ORDER. Werner Puntigam ist aber auch visueller Künstler, Fotokünstler und Grafik-Designer, und wir partizipieren heute bei der Eröffnung einer Ausstellung, die verschiedene Bereiche seiner Arbeit um- und zusammenfaßt, einer Ausstellung, die gleichzeitig eine Rauminstallation und eine interaktive Klanginstallation ist. Wir erleben also einen weiteren Abschnitt eines Weges als Ausdruck einer gesamtkünstlerischen Identität. (...)

Alles scheint mir persönlich auch eine Geschichte der Perspektive, des Blickwinkels zu sein. Wenn Sie Werner Puntigam einmal erleben sollten, beim Vorbereiten eines Projektes, oder speziell beim Fotografieren: Immer könnte man den Eindruck gewinnen, hier würde mit dem eigenen Standpunkt auch der des Motives zurechtgerückt, oder eher noch seine eigene Position in einen perfekten Winkel gebracht. Müßig zu sagen, dass die Fotos dann diesem Zwang mühelos folgen. Speziell die ganz besondere Verwendung des Panoramaformates scheint mir das zu verdeutlichen: Nicht um ein möglichst großes Bild einzufangen, sondern um wie durch einen Schlitz, durch eine ganz bestimmte Sehmaschine, einen ganz bestimmten Blick zu ermöglichen. (...)

Die zwölf Cassettenrecorder: Als MO(VE)MENTS #1 - in dem Titel steckt ja die Bewegung genauso wie die einzelnen Momente - in der Galerie Delta in Harare/Zimbabwe präsentiert wurde, erinnere ich mich, mit welcher fast liebevollen Sorgfalt diese Geräte von Hand zu Hand gingen, ans Ohr gepresst wurden, man sah die Leute beinahe die Köpfe hineinstecken nur um dann wieder ein wenig zurückzuschrecken, wenn wieder lautere Töne aus dem Gerät quollen. Für mich als Zuhörer war das von ganz besonderer Faszination, das lauter und leiser werden, heller und dunkler, einige Klänge schienen sich vorlaut nicht vom Fleck zu bewegen, andere stießen in weit entferntere Bereiche vor, erklangen im Eingang, im Hof. Am Ende wanderten alle Klänge wieder an ihren Ausgangsort zurück, manche hatten sich dabei allerdings erschöpft und ihnen war die Stimme ausgegangen. In Siachilaba, einem Dorf in der Tonga-Region in Zimbabwe, wo wir ebenfalls ein bemerkenswertes Konzert gemeinsam geben durften, wanderten die Klänge durch den Raum, von einer heißen Hand zur anderen. Nur hier befanden wir uns in der nicht allzugroßen Bierhalle des Ortes, der einzig möglichen Veranstaltungslocation im Dorf, und das abenteuerlich zahlreiche Publikum mußte so laut fasziniert über die Sache diskutieren, dass von den Klängen aus den Cassettenrecordern überhaupt nichts mehr zu hören war. Anders, aber ebenso laut, war es bei unserem letzten Konzert der Tonga-Tournee in Maputo/Mosambik, hier redeten alle umso lauter je lauter die Musik, die Klänge waren. In besagter Performance in der Galerie Delta in Harare, gingen, wie schon gesagt, die Geräte zurück, sie wurden dort nebeneinander auf einen Tisch gelegt und die eingelegten Cassetten wurden zurückgespielt. Dabei entstand eine weitere kleine Performance a la Ligetis 'Metronomen', das zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfolgende Knallen der Endabschaltung erzeugte einen interessanten rhythmischen Pattern. Ich habe das als 'Mo(ve)ments #1a' in Erinnerung.

Nun sind wir also bei MO(VE)MENTS #3 angelangt, beim "Anprobieren" der Klänge (die Sounds auf den Tapes wurden ausschließlich mit verschiedenartigen Reißverschlüssen erzeugt) und ihrer Kombinationen; der "Reißverschluß" als eine Metapher für ein Umklammern, für eine kurzzeitige Vereinigung mit einem Objekt, er "reißt" ja nicht zu, er gleitet, mit feinen (und anderen) Geräuschen seiner schlangengleichen Schuppenglieder. Und wieder die zwölf Cassettenrecorder: Sie sind klein, diese fragilen Dinger, etwas zittrig, festem Druck gleichsam wie zarter Stoff nicht gewachsen, sie könnten zerknittert werden, man/frau muß sie sorgsam anfassen. Drei Umkleidekabinen, das erinnert mich an ein weiteres sparten- und genreübergreifendes Projekt von Werner Puntigam: TRIPTYCHON; zusammen klingen, aber nicht zusammenstehen oder marschieren, der Augenkontakt nur über das Auge, welches nach innen blickt, das Interesse an seiner eigenen unbefangenen Unbeobachtetheit und der heimlichen Neugier auf die Laute von nebenan, die Erotik der Umkleidekabinen, Lauschlust, oder auch die Elegie der einsamen Hotelzimmer, deren Leere sich auch immer langsam mit den nicht immer willkommenen Geräuschen aus den Nebenzimmern mischt. (...)"


Pressestimmen:

"MO(VE)MENTS nennt sich ein elektroakustischer Projektzyklus des in Linz beheimateten Posaunisten und Multimedialisten Werner Puntigam, eine Serie interaktiver Soundinstallationen, die sich von seinen bekannten Band-Projekten (...) beträchtlich unterscheidet. Am Anfang stand die Reise Puntigams und fünf weiterer heimischer Komponisten nach Zimbabwe zum Volk der Tonga anno 1997; was damals als MO(VE)MENTS #1 mit auf zwölf Kassettenrecordern abgespielten Posaunenstimmen, deren Zusammenklang durch die Wege, auf denen sie durch die Publikumsmenge gereicht wurden, auch räumlich stets variierte (nachzuhören auf der Extraplatte-CD 'Tonga - Six Reflections', 1998) begann, hat seither drei weitere, veränderte Realisierungen erfahren, die vorletzte im März/April 2000 im Linzer KunstRaum Goethestraße. Mit maximal drei der zwölf Kassettenrecorder durften sich die Besucher in eine der drei bereitstehenden 'akustischen Umkleidezellen' zurückziehen, wodurch wiederum ein räumlich wie klanglich unendliche Variationsvielfalt garantierender Zufallsfaktor ins Spiel gebracht wurde, zumal die Musik niemals in ihrer zwölfstimmigen Totalität erklingen konnte. Als akustisches Basismaterial dienten diesmal - abgestimmt auf den Akt der textilen Verwandlung - an Filtern, Reglern und Samplern vielfältig bearbeitete Reißverschlußgeräusche, die auf der vorliegenden, gut 20minütigen Maxi-CD zu einer 'Ambient Mix'-Soundscape von verblüffender Wirkung ineinandergefügt wurden. Irregulär granulierte Soundpartikel mit fein ausgehorchten Obertonspektren zu Beginn weichen bizzar groovenden, in mehreren Schichten pulsierenden Loop-Patterns und Scratch-Simulationen. Trotz aller Vielfalt bleibt die akustische Ausgangsbasis stets nachvollziehbar, die morphologisch mitunter einzigartigen Soundstrukturen somit stets als konsistentes Ganzes Erkennbar. (Bewertung: 4,5 von 5 möglichen Punkten)"
felb, CONCERTO


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