MAMBAS
HASLINGER
© PNTGM MCMXCVII Letzte Aktualisierung: 10/03/07 |
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"Amerika. Ein Reiseepos für eine statarische Stimme und zwei zügellose Zugposaunisten". Wer sagt denn, dass Reiseberichte immer nur Dia-Vorträge in Volkshochschulen sein müssen? JOSEF HASLINGER, Publizist und einer der renommiertesten Vertreter österreichischer Gegenwartsliteratur ("Politik der Gefühle", "Opernball"), sowie BERTL MÜTTER und WERNER PUNTIGAM, zwei musikalische Grenzgänger in unterschiedlichsten Projekten, zeigen, dass man den beliebten Reisevortrag auch völlig umtopfen kann: Man kann daraus beispielsweise "Ein Reiseepos für eine statarische Stimme und zwei zügellose Zugposaunisten" machen. Haslingers ironische Auseinandersetzung mit dem amerikanischen Freiheitsmythos aus der Sicht eines Europäers, der in das Abenteuer der Vereinigten Staaten gerät, entstand während seines USA-Aufenthalts 1990/91. Heute, da Bewegungen, erst recht solche mit Flugzeugen, prinzipiell als verdächtig gelten, wirkt der Freiheitsmythos ("Nur wer in Bewegung ist, fühlt sich frei") wie ein nostalgischer Rückblick auf eine Zeit, in der man noch ohne Kontrolle in Flugzeuge einsteigen konnte. Die beiden Posaunisten agieren nicht nur als solche, sondern auch mit den Möglichkeiten der menschlichen Stimme sowie mit allerhand Geräuschen, wenn sie mit JOSEF HASLINGER auf der Bühne stehen. Dieses gewagte Unterfangen entpuppt sich als ungewöhnliches Hörerlebnis, ergänzt mit Dias, zu dessen Höhepunkten sicherlich ein zwischen zwei Prosateilen eingebetteter Rap gezählt werden kann.
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Diskografie:
CD "Amerika" (Neueinspielung) als Beilage zur 1. Auflage des Erzählbandes "Zugvögel", S. Fischer Verlag 2006
Kurzinfos über die Akteure:
JOSEF HASLINGER.
Geboren 1955 in Zwettl/NÖ, lebt in Wien und Leipzig. Studium der Philosophie, Theaterwissenschaft und Germanistik. War Mitherausgeber der Literaturzeitschrift "Wespennest" und Generalsekretär der Grazer Autorenversammlung. Gastprofessuren in den USA. Seit 1996 Professor für Literarische Ästhetik am Deutschen Literaturinstitut der Universität Leipzig. Zahlreiche Buchveröffentlichungen, u.a. die Essaybände "Politik der Gefühle. Ein Essay über Österreich", "Hausdurchsuchung im Elfenbeinturm", "Das Elend Amerikas. Elf Versuche über ein gelobtes Land" sowie "Klasse Burschen", weiters die literarischen Bestseller "Opernball" (1995, S. Fischer Verlag) und "Das Vaterspiel" (2000, S. Fischer Verlag). Letzte Veröffentlichung: "Phi Phi Island. Ein Bericht" (2007, S. Fischer Verlag).
BERTL MÜTTER.
Geboren 1965 in Steyr. Lebt als freischaffender Musiker, Komponist und Schreiber in Wien und unterwegs. Neben der solistischen Arbeit zwischen Komposition und Improvisation, die sich auf vertraute und entferntere (nicht nur musikalische) Traditionen bezieht (etwa seine sehr persönlichen, Staunen machenden Destillationen der großen Liederzyklen von Schubert und Schumann), spielt Mütter auch gerne in Gruppen, wenn das aufeinander Hören praktiziert wird (u.a. Timbre, Duo Cech-Mütter, Mrs Bubbles & Bones mit Erika Stucky u. Jon Sass). Und er arbeitet mit den Autoren Franzobel, Josef Haslinger und Gert Jonke, sowie mit der Lichtkünstlerin Victoria Coeln zusammen. Als Komponist erhielt Bertl Mütter etliche Stipendien, eine wachsende Zahl junger, neugieriger (und fantastisch ausgebildeter) Musikerinnen und Musiker gibt bei ihm Werke in Auftrag. Seit Dezember 2004 betreibt er muetterlog.at, seine tägliche (!) Glosse mit allerlei wirklich wahren Vorstellungen.
WERNER PUNTIGAM . Geboren 1964 in Bad Radkersburg, lebt international und interkulturell freischaffend in Linz und Maputo/Mozambique. WP, der improvisierende und komponierende Musiker, gründete und betreibt verschiedenste unkonventionell besetzte Ensembles unterschiedlicher Musikrichtungen (u.a. "Mbirations", "Afrodynamix", "FocusPocus", "Blow & Order"). WP, der Fotograf und Designer, erstellt vielfältige Momentaufnahmen (z.B. "inter.views © pntgm") und zeichnet - neben zahlreichen Auftragsarbeiten - meist auch für das Artwork seiner CD-Produktionen verantwortlich. WP, der interdisziplinäre Performer und Künstler, konzipiert und realisiert multimediale Projekte und spartenübergreifende Performances (z.B. "Triptychon", mit Gastakteuren wie Tom Cora, Han Bennink, Sainkho Namtchylak, Jon Rose u.a.) sowie Klang- und Rauminstallationen wie "Mo(ve)ments". Maßgeblich beteiligt auch an Schauspiel- und Tanztheater-Produktionen (Bühnenmusik & Fotografie), sowie Kooperationen mit LiteratInnen, FilmemacherInnen, Bildenden und VideokünstlerInnen etc. Ebenso Kinder- und Workshop-Projekte. Preise und Auszeichnungen sowohl für Akustisches als auch für Visuelles. Gastspiele in halb Europa, in den USA, Mozambique, Südafrika, Tanzania, Zimbabwe und Japan.
Gutes altes Bud. Ein Rap. (Textauszug)
Ich setzte mich ins Auto und fuhr Richtung Osten.
Es muß so an der Grenze zu New Jersey gewesen sein.
Da klopfte es plötzlich an die Autotür,
(...)
Pressestimmen:
"Columbus & Co. haben wenig zu melden, wenn der Autor Josef Haslinger mit den Posaunisten Bertl Mütter und Werner Puntigam auf Entdeckungsreise geht. Österreich trifft Nashville. Literatur rangelt mit Musik. Alle je gedachten Postkartenbilder von Amerika flattern einem als Tonschnipsel um die Ohren. (...) Romantisch-naiver Freiheitssucher stolpert von einer Polizeiwache in die nächste, sinkt vom U-Bahnnetz bis in die Unterwelt und steigt schließlich in den (Flug)-Himmel auf. Da will er nicht mehr weg. Verständlich. Ganz ruhig gehen Haslingers Texte ihren Erzählweg. Aber Amerika ist laut. Countrydudel, Hymnenpathos und Gospelschmelz - dazwischen brummende Flieger, stöhnende Penner, Geblubber, Geklapper. Was Puntigam und Mütter mit Luft und Stimme, Instrument und Requisiten veranstalten, das ist mehr als eine Text-Illustration. Klangfetzen schwimmen gegen den Erzählfluß an, Luftbilder drängen sich in die Eindrücke des Autors, "Glory Glory Halleluja" tönt schräg gegen den Alltag zwischen Budweiser und Autoklau an. Das ist Literatur im Zweikanalton. Aufregend und anstrengend, lebendig und zu allem Glück auch humorvoll. Haslinger sieht mit Basecape eben auch nicht intelligenter aus als jeder andere. Und wenn ihm die Geschichte vom Easy-Rider-Verschnitt im Rap-Stakkato aus dem Mund purzelt, die Wörter auffahren wie bei einem Massencrash, dann wird die Story packender als jedes beliebige Popvideo. Am Ende sind nicht nur die Protagonisten auf der Bühne ein wenig atemlos. Literatur inszenieren, das ist absolut nicht neu. Aber bei Haslinger und Mütter/Puntigam blieb die Literatur, was sie ist - genauso wie die Laut-Kunst. Und trotzdem schlossen sich beide zusammen - aufdringlich frei. Eine amerikanische Entdeckung?"
"(...) Mit geschärftem Sinn für das Skurrile und Groteske berichtete Haslinger von bemerkenswerten Begegnungen mit Nachfahren emigrierter Wiener, sentimentalen Polizisten und den Eigenheiten des amerikanischen Alltags. Mütter und Puntigam sorgten dazu und dazwischen für außergewöhnliche Klänge, die den Traum der Literaturvermittler von einer Lesung der besonderen Art in jeder Hinsicht in Erfüllung gehen ließ."
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Fotos © by Victoria Coeln / Werner Puntigam
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